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Ratgeber

Black Friday: echte Angebote erkennen

Woran du am Black Friday einen echten Preisvorteil erkennst: 30-Tage-Preis, Preisverlauf, Gesamtpreis und Lieferumfang, belegt mit Recht und Auswertungen.

Stand 06.11.2026ca. 5 Min. Lesezeit

Inhalt 5 Abschnitte

Ein Angebot ist dann echt, wenn der Preis unter dem liegt, was dasselbe Produkt in den Wochen davor gekostet hat. Ein großer Prozentwert sagt darüber wenig. Dieser Ratgeber zeigt, was Händler angeben müssen, was frühere Auswertungen gemessen haben und wie du einen Preis in wenigen Minuten selbst prüfst.

Das ist keine Rechtsberatung. Wir haben die genannten Quellen am 06.11.2026 gelesen. Produkte haben wir dafür nicht getestet: Es geht hier nur um Preise.

Wann ist Black Friday?

Der Black Friday ist der Freitag nach Thanksgiving, und Thanksgiving fällt stets auf den vierten Donnerstag im November. 2026 ist das der 27. November. Der Cyber Monday ist der Montag danach, also der 30. November.

Was frühere Auswertungen gemessen haben

Auswertung und VergleichErgebnis
guenstiger.de, Black Friday 2025: Tagesbestpreis gegen den Durchschnitt im Oktober, über 300 Produkteim Schnitt 4 % günstiger, 28 % der Produkte teurer als im Vormonat
guenstiger.de, Black Friday 2024: günstigster Onlinepreis gegen den Vormonat, rund 240 Produkteim Schnitt 3 % günstiger; 58 % der Produkte günstiger, 18 % gleich, 24 % teurer
idealo, Black Friday 2021: Durchschnittspreis gegen Oktober, 9.865 Produkteim Schnitt 5 % günstiger, rund 62 % der Produkte günstiger

Daraus folgt nicht, dass der Black Friday nie lohnt. Es heißt nur, dass der typische Vorteil klein ist und ein Teil der Produkte sogar mehr kostet. Die Spanne je Warengruppe ist groß: Bei guenstiger.de lagen Konsolen und Videospiele 2025 bei 10 % unter dem Oktober, Werkzeug auf Vormonatsniveau und Computer-Produkte 3 % darüber.

Auch der Tag selbst ist nicht immer der beste. Bei idealo waren rund 5.600 Produkte an mindestens einem anderen Novembertag günstiger als am Black Friday 2021. Danach muss es nicht billiger werden: Laut guenstiger.de kosteten 62 % der Produkte im Dezember 2024 mehr als am Black Friday.

Zwei Einschränkungen: Beide Absender sind selbst Preisvergleichsportale, und ihre Stichproben und Methoden unterscheiden sich, die Zahlen sind also nicht direkt vergleichbar. Über dein Produkt sagen sie nichts. Das zeigt nur sein eigener Verlauf. Eine eigene Auswertung haben wir nicht: Unser Preisverlauf läuft erst seit dem 18.10.2026.

Was ein Händler angeben muss

Wer mit einer Preisermäßigung wirbt, muss nach § 11 Absatz 1 der Preisangabenverordnung den niedrigsten Gesamtpreis nennen, den er in den 30 Tagen vor der Ermäßigung verlangt hat. Für individuelle Ermäßigungen gilt das nicht, und bei einer stufenweise steigenden Ermäßigung darf der niedrigste Preis vor ihrem Beginn genannt werden.

Der Gerichtshof der Europäischen Union hat das 2024 im Fall Aldi Süd geschärft (C-330/23): Eine Preisermäßigung, die als Prozentsatz oder als Werbeaussage bekannt gegeben wird, ist auf der Grundlage dieses niedrigsten Preises zu bestimmen. Das soll verhindern, dass Händler den Preis vor der Aktion erhöhen und dann eine gefälschte Ermäßigung ankündigen. Im Beispiel aus dem Verfahren stand bei Bananen ein Preis von 1,29 Euro mit „-23 %“ neben durchgestrichenen 1,69 Euro, der niedrigste Preis der letzten 30 Tage war aber ebenfalls 1,29 Euro.

Ein Vergleich mit der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) ist eine andere Frage. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen schreibt dazu (Stand 18.05.2026), dass Gerichte das unterschiedlich beurteilen: Das Oberlandesgericht Köln hielt solche Werbung zuletzt für zulässig, eine Klärung durch den Bundesgerichtshof stand aus. Sie nennt als Beispiel einen Kühlschrank, der von 450 auf 279 Euro reduziert wird, während der Marktpreis wohl bei etwa 299 Euro liegt. Ob sich seitdem etwas geändert hat, haben wir nicht geprüft. Für deine Kaufentscheidung ist es ohnehin egal: Die UVP sagt nichts darüber, was das Produkt zuletzt wirklich gekostet hat.

So prüfst du einen Preis

  1. Modell festhalten. Notiere die genaue Modellnummer und den Lieferumfang. Das Set mit Akku und das Solo-Gerät sind zwei Preise, ebenso zwei Speichergrößen.
  2. Gesamtpreis vergleichen. Rechne den Versand mit ein. Ein Stückpreis ohne Versand ist kein Vergleich.
  3. Den 30-Tage-Preis suchen. Steht bei einem Rabatt kein niedrigster Preis der letzten 30 Tage, sagt der durchgestrichene Preis allein nichts. Rechne selbst gegen diesen Wert, falls er genannt ist.
  4. Den Verlauf ansehen. Die Verbraucherzentrale rät, Preise mit Preissuchmaschinen zu vergleichen, weil diese auch den längeren Verlauf zeigen. Liegt das Angebot unter dem üblichen Preis der letzten Wochen? Gab es das Modell schon günstiger?
  5. Mehrere Shops ansehen. Ein einzelner Shop weit unter allen anderen kann ein Fehler im Preis sein, oder der Shop ist nicht seriös.
  6. Vom Druck nicht treiben lassen. Countdowns und angeblich knappe Bestände nennt die Verbraucherzentrale beliebte Marketing-Mittel. Bei unter 5 % Vorteil lohnt sich Eile selten.
  7. Den Shop prüfen. Die Verbraucherzentrale rät, Impressum, AGB und Erfahrungsberichte anzusehen. Bietet ein Shop nur Vorkasse an, ist Vorsicht geboten.
  8. Rückgabe bedenken. Online-Käufe lassen sich in der Regel innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Die Rücksendung kann dich etwas kosten, wenn der Händler vorab darüber informiert hat. Im Laden gekaufte Ware muss der Händler nicht umtauschen.

Am einfachsten ist es, wenn du schon vor dem Aktionstag weißt, was du willst und was das Modell gerade kostet. Dann brauchst du am Tag selbst nur noch eine Zahl zu vergleichen.

Wie wir echte Angebote erkennen

Auf der Seite Black Friday steht ein Preis nur, wenn er messbar unter seinem eigenen Verlauf liegt, und die Seite nennt den Stand der Preise. Vor dem Aktionstag steht dort ausdrücklich, dass es noch keine Aktionspreise sind.

  • Eigener Verlauf statt Streichpreis. Wir speichern jeden Tag den günstigsten Gesamtpreis jeder Variante und vergleichen den heutigen Preis nur damit. Streichpreise und UVP nutzen wir nicht.
  • Üblicher Preis und Tiefstpreis. Der Maßstab ist der übliche Preis, also der Median der letzten 30 Tage. Daneben steht der niedrigste Preis der letzten 90 Tage, soweit unser Verlauf reicht.
  • Genug Daten. Unter 14 Tagen Daten zeigen wir kein Produkt. Der Preis muss mindestens 5 % und 5 Euro unter dem üblichen Preis liegen. Über 30 % werten wir als wahrscheinlichen Feedfehler und zeigen ihn nicht.
  • Mehrere Shops. Mindestens zwei Shops müssen das Produkt führen, und der günstigste darf nicht weit unter dem nächsten liegen.

Grenzen hat das auch: Wir sehen nur die Preise aus den Datenfeeds unserer Partner-Shops, nicht den gesamten Markt. Unsere Zahlen können sich vom Preis im Shop unterscheiden, verbindlich ist der Preis dort. Links zu Shops sind Anzeigen, die Reihenfolge hängt nie an der Provision. Die ganze Regel steht unter So arbeiten wir, alle aktuellen Fälle unter Preisstürze.

Für einzelne Warengruppen gibt es eigene Ratgeber: Kaffeevollautomat, Kopfhörer, Monitor und Notebook, Akku-Werkzeug, Bürostuhl und Schreibtisch und Powerstation.

Quellen

Die Aussagen oben stützen sich auf diese Quellen. Stand: 06.11.2026.