Brauchst du Kurven, Ausschnitte und Anpassarbeiten, nimm eine Stichsäge. Brauchst du lange, gerade Schnitte in Platten oder Kantholz, nimm eine Handkreissäge, am besten mit Führungsschiene. Wer beides macht, kommt mit zwei Geräten besser zurecht als mit einem Kompromiss. Dieser Ratgeber zeigt die Unterschiede an Herstellerdaten und fremden Tests.
Wir testen nicht selbst. Alle technischen Zahlen sind Herstellerangaben, die Beschreibungen zu Verhalten und Sicherheit stammen aus Wikipedia.
1. Was die Stichsäge kann
Stichsägen schneiden laut Wikipedia Holz, Plattenwerkstoffe, Kunststoffe, Aluminium, dünne Bleche und Gipskarton. Sie eignen sich für Ausschnitte und geschwungene Formen und sind besonders bei Anpassarbeiten vor Ort nützlich. Gegenüber der Säbelsäge schneiden sie sauberer.
Zwei Eigenheiten solltest du kennen:
- Pendelhub: Bei dieser Einstellung schiebt die Führungsrolle das Sägeblatt bei jedem Aufwärtshub zusätzlich nach vorn. Das bringt mehr Sägeleistung und besseren Spanauswurf, der Schnitt wird aber unsauberer, und die Kanten können ausfransen. Die Stufe lässt sich bei vielen Geräten einstellen.
- Abdrift: Das Blatt ist nur einseitig eingespannt und kann sich verbiegen und „verlaufen“. Dickere Blätter mindern das, beheben es aber nicht ganz. Beim Holz franst die der Maschine zugewandte Seite aus. Setze die Sichtseite deshalb nach unten.
2. Was die Handkreissäge kann
Die Handkreissäge ist für gerade Schnitte entlang einer Anschlagkante oder Führungsschiene gedacht. Eine Führungsschiene hilft laut Wikipedia bei langen, geraden Schnitten. Die Tauchsäge hat ihr Blatt in Ruhestellung eingefahren und senkt es ins Werkstück, so dass Ausschnitte und Nuten in Platten möglich sind.
Zur Sicherheit nennt Wikipedia für Kreissägen allgemein:
- Der Spaltkeil hält den Schnitt offen und verhindert Rückschlag.
- Die Schutzhaube schützt vor Berührung.
- Der Lärm kann bis 110 dB erreichen, Gehörschutz ist nötig.
- Bei beweglichen Teilen trägst du keine Handschuhe.
- Kreissägen zählen zu den gefährlichsten Holzbearbeitungsmaschinen und verursachen viele Unfälle.
Für die Schnitttiefe gilt: Stelle sie auf die Werkstückdicke plus etwa 2 mm ein (Wikipedia).
3. Daten typischer Geräte im Vergleich
| Gerät | Typ | Schnitttiefe | Blatt / Hub | Gewicht |
|---|---|---|---|---|
| Bosch UniversalSaw 18V-100 | Akku-Stichsäge (Pendelhub) | Holz 100 mm, Stahl 8 mm, Aluminium 18 mm | 4 Pendelstufen, bis 2.600 Hübe pro Minute | 1,6 kg ohne Akku |
| Bosch GKS 18V-57-2 GX | Akku-Handkreissäge | bis 57 mm, Gehrung bis 50° | Blatt 165 mm | 3,4 kg ohne Akku |
| Bosch PKS 55 A | Handkreissäge, Netz | 55 mm bei 90°, 38 mm bei 45° | Blatt 160 mm, 1.200 W, 5.600 pro Minute | 4,0 kg |
Die Stichsäge schneidet also dicker (100 mm Holz) als die Kreissäge, kann aber wegen der Blattabdrift weniger geradlinig sägen. Die Kreissäge schafft 55 bis 57 mm in einem Zug, ist aber deutlich schwerer. Die 45°-Tiefe fällt beim Netzgerät auf 38 mm.
4. Welche Säge für welche Arbeit?
| Arbeit | Besser geeignet |
|---|---|
| Ausschnitte für Spüle oder Kochfeld, Kurven | Stichsäge |
| Platten auf Maß schneiden | Handkreissäge mit Führungsschiene |
| Kantholz und Dachlatten ablängen | Handkreissäge |
| Dünne Bleche, Kunststoff, Gipskarton | Stichsäge |
| Nut oder Ausschnitt mitten in einer Platte | Tauchsäge |
| Enge Anpassarbeit vor Ort | Stichsäge |
5. Modelle mit Meta-Score und Nutzerwertung
Achte bei den Tests auf das Alter: Viele Prüfungen von Sägen sind älter, und Modelle werden überarbeitet.
- Makita 4351FCTJ (Stichsäge, Netz): Meta-Score 92. Die Stiftung Warentest hat im Heft 3/2016 bei 19 Stichsägen „sehr gut“ (1,5) vergeben. Der Test ist mehr als zehn Jahre alt. Bei Amazon stehen 4,8 von 5 bei rund 4.300 Bewertungen.
- Einhell TE-JS 18 Li (Akku-Stichsäge): Meta-Score 82 aus einem Test von 2016, Nutzer geben 4,5 bei rund 6.000.
- Bosch UniversalSaw 18V-100: Keine Punktzahl aus einem Test, aber 4,7 von 5 bei 512 Bewertungen.
- Bosch UniversalCirc 18V-53 (Akku-Handkreissäge): Keine Punktzahl aus einem Test, aber 4,7 von 5 bei 335 Bewertungen. heimwerker-test.de (04/2025) urteilt „sehr gut“ ohne sichtbare Punktzahl, es ist der einzige Test dazu.
- Makita DHS630Z (Akku-Handkreissäge): Meta-Score 91, aus einem Praxistest von 2015, Nutzer geben 4,7 bei 275.
- Bosch PKS 66 AF (Netz, mit Führungsschiene): Meta-Score 85. Die Stiftung Warentest vergab 2010 „gut“ (1,9), Nutzer geben 4,6 bei rund 3.900.
- Bosch GKS 18V-57-2 GX: 4,6 von 5 bei 233 Bewertungen.
Ein Meta-Score aus einem einzigen, alten Test ist nur ein Anhaltspunkt. Auf den Produktseiten steht, wie viele Tests dahinterstehen.
6. Checkliste
- Arbeit festlegen: Kurven und Ausschnitte oder gerade Schnitte?
- Schnitttiefe vergleichen: Bei der Kreissäge den 90°- und den 45°-Wert lesen.
- Akku oder Netz: Akkusägen sind frei beweglich, Netzsägen laufen ohne Akkuwechsel. Welches System passt, steht im Ratgeber zum Akkusystem.
- Solo oder Set: Prüfe, ob Akku und Ladegerät dabei sind.
- Sägeblatt: Das passende Blatt für Material und Schnitt (Stichsäge: T-Schaft oder Universalschaft, nicht immer kompatibel).
- Sicherheit: Spaltkeil, Haube, Gehörschutz.
Soll es eine Kreissäge für Ausschnitte in Platten sein, hilft Handkreissäge oder Tauchsäge. Alle Sägen mit dem günstigsten Gesamtpreis findest du im Vergleich der Sägen.