Ein Neureifen sollte beim Kauf nicht älter als zwei Jahre sein, so empfiehlt es der ADAC (Stand 08.10.2026). Das Herstellungsdatum steht als vierstellige Zahl in der DOT-Nummer an der Reifenflanke: Die ersten zwei Ziffern sind die Produktionswoche, die letzten zwei das Jahr. Ein gesetzliches Höchstalter für Pkw-Reifen gibt es nicht. Bei Winterreifen verschlechtern sich die Eigenschaften ab etwa sechs Jahren, von Winterreifen über acht Jahren rät der ADAC ab.
1. Die DOT-Nummer lesen
Das Herstellungsdatum steht meist im dritten Block der DOT-Nummer, oft in einem Oval. Es sind vier Ziffern.
| Aufdruck | Bedeutung | Einordnung nach ADAC |
|---|---|---|
| 1024 | 10. Kalenderwoche 2024 | Beispiel des ADAC für das Format |
| 1020 | 10. Kalenderwoche 2020 | zu alt, um als Neureifen verkauft zu werden |
2. Wie alt dürfen Neureifen beim Kauf sein?
- ADAC: höchstens zwei Jahre. Der ADAC rät, diese Grenze schon bei der Bestellung zu nennen und verbindlich festhalten zu lassen. In seinen Testberichten nennt er als Obergrenze drei Jahre.
- Bundesverband Reifenhandel (BRV): Reifen bis drei Jahre gelten als fabrikneu, bis maximal fünf Jahre als neu, sofern sie sachgerecht gelagert wurden.
Der Unterschied zwischen den Angaben ist erheblich. Wenn du die Wahl hast, nimm die jüngere Ware. Bei Onlinebestellungen siehst du das Alter vorher nicht: Nenne die Altersgrenze deshalb schon bei der Bestellung.
3. Ab wann sind Reifen zu alt?
| Reifenart | Empfehlung |
|---|---|
| Winterreifen | verlieren ab etwa 6 Jahren einen Teil der Wintereigenschaften, ADAC rät von Reifen über 8 Jahren ab |
| Sommerreifen | nicht älter als 8 bis 10 Jahre |
| Pkw-Reifen allgemein | höchstens 10 Jahre |
| Anhänger- und Wohnwagenreifen bis 100 km/h | ab 6 Jahren zu ersetzen (Ausnahme von der fehlenden Altersvorgabe) |
Der BRV empfiehlt ebenfalls einen Ersatz nach zehn Jahren. Welche Grenze für dich gilt, hängt auch vom Zustand ab: Risse, Porosität und Beschädigungen zählen mehr als die Jahreszahl.
4. Was sagt das Gesetz?
Für das Reifenalter gibt es laut ADAC keine allgemeine Vorgabe. Gesetzlich geregelt ist die Mindestprofiltiefe von 1,6 mm, siehe Mindestprofiltiefe bei Reifen. Bei der Hauptuntersuchung ist das Alter kein eigener Prüfpunkt. Altersbedingte Schäden wie Risse oder Porosität können aber dazu führen, dass der Reifen durchfällt.
5. Warum das Alter zählt
Der ADAC hat in einem Test fünf Sommer- und fünf Winterreifen jeweils frisch produziert und drei Jahre alt verglichen. Die Alterung verschlechterte technische Eigenschaften, vor allem Nassgrip und Bremsweg, und besonders bei Winterreifen. Wie groß die Unterschiede auf nasser Fahrbahn schon bei neuen Reifen sind, zeigt der ADAC-Test 2026 in 225/50 R17: Zwischen dem besten und dem schwächsten Winterreifen lagen aus 80 km/h fast 12 m Bremsweg, mehr dazu im Winterreifen-Test 2026.
6. Wenn ein Reifen schon sieben Jahre alt ist
Hat ein sieben Jahre alter Reifen einen Schaden, ist ein passender Ersatz oft schwer zu finden. Der ADAC empfiehlt dann, zwei neue Reifen auf einer Achse zu kaufen. Vier gleiche Reifen sind die Idealvariante, siehe die Hinweise in Reifen kaufen.
7. Checkliste beim Kauf und bei der Kontrolle
- DOT-Nummer lesen: Woche und Jahr der Herstellung.
- Beim Neukauf eine Altersgrenze nennen (höchstens zwei Jahre nach ADAC).
- Gebrauchte Reifen und Altsätze: nach Alter, Rissen und Profil prüfen.
- Winterreifen ab sechs Jahren beobachten und spätestens nach acht Jahren tauschen.
- Ersatz vergleichen: Modelle mit ausgewerteten Tests, zum Beispiel Continental WinterContact TS 870 oder Michelin Alpin 7, findest du im Vergleich der Winterreifen, Sommerreifen im Vergleich der Sommerreifen.