Die Rechnung ist einfach: Laufzeit in Stunden gleich nutzbare Wattstunden geteilt durch die Leistung deines Geräts in Watt. Als nutzbare Energie setzt du die Herstellerangabe minus 10 bis 15 Prozent an, denn der ADAC fand im Test von acht Powerstations, dass die nutzbare Energie im Schnitt 10 bis 15 Prozent unter der Herstellerangabe lag.
1. Die zwei Werte, die zählen
Der ADAC trennt es sauber: Die Leistungsangabe in Watt (W) bestimmt, welche Geräte gleichzeitig laufen können. Die Kapazität in Wattstunden (Wh) bestimmt, wie lange sie laufen. Du brauchst beide Werte, ein großer Akku mit kleinem Wechselrichter startet keinen Wasserkocher, und eine starke Station mit kleinem Akku ist schnell leer.
2. So rechnest du
- Liste deine Geräte und lies die Leistung vom Typenschild ab (Watt).
- Schätze die Laufzeit pro Gerät in Stunden.
- Multipliziere: Leistung mal Stunden ergibt den Bedarf in Wh.
- Addiere den Bedarf aller Geräte.
- Plane den Abzug ein: Teile den Bedarf durch 0,85, das entspricht dem Verlust von 15 Prozent am oberen Ende der ADAC-Spanne.
- Prüfe die Leistung: Die Summe der Watt der Geräte, die gleichzeitig laufen, darf die Dauerleistung der Station nicht übersteigen.
| Beispiel | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Kühlbox mit 50 W über 10 Stunden | 50 W mal 10 h = 500 Wh, geteilt durch 0,85 | etwa 590 Wh Nennkapazität |
| Laptop mit 60 W über 4 Stunden | 60 W mal 4 h = 240 Wh, geteilt durch 0,85 | etwa 280 Wh Nennkapazität |
| Smartphone, Akku 15 Wh, 10 Ladungen | 15 Wh mal 10 = 150 Wh, geteilt durch 0,85 | etwa 180 Wh Nennkapazität |
Die Geräteleistungen in der Tabelle sind Beispielwerte zum Rechnen, keine Messungen. Nimm den Wert deines Geräts.
Zum Vergleich nennt der ADAC ohne Abzug: Eine Kühlbox mit 50 W läuft mit einer 1.000-Wh-Powerstation rund 20 Stunden, ein Smartphone mit 15 Wh lässt sich bis zu 66-mal laden. Rechne mit dem Abzug, dann liegst du näher an der Praxis.
3. Warum die Station weniger liefert, als draufsteht
Laut ADAC haben zwei Ursachen Anteil: der Eigenverbrauch der Elektronik und die Reserve, die im Akku bleibt, um dessen Lebensdauer zu schützen. Der aktivierte Wechselrichter verbraucht teils schon etwa 30 W, Display, Bluetooth und WLAN zehren ebenfalls. Der ADAC rät, den Wechselrichter auszuschalten, wenn du ihn nicht brauchst, und einen Energiesparmodus zu nutzen.
Ein Messwert zum Gefühl: NextPit maß bei der EcoFlow Delta 3 Plus mit 1.024 Wh Nennkapazität nutzbare 950 Wh. Dafür zog die Station 1.175 Wh aus dem Netz, das entspricht einem Wirkungsgrad von 81 Prozent. Beim Laden kommt also mehr hinein, als du später herausholst.
4. Größenklassen mit Beispielen
Die Werte stammen aus den Produktseiten von andere.de und den Herstellerangaben, die dort wiedergegeben sind.
| Klasse | Beispielgerät | Kapazität | Dauerleistung | Wofür es reicht |
|---|---|---|---|---|
| klein | Anker SOLIX C300X | 288 Wh | 300 W | Handy, Laptop, kleine Kühlbox |
| mittel | Jackery Explorer E500 v2, EcoFlow RIVER 2 Max | 512 Wh | 500 W (E500 v2) | Camping, Router, Beleuchtung |
| groß | EcoFlow DELTA 3 Plus | 1.024 Wh | 1.800 W | mehrere Geräte, kurze Notversorgung |
| sehr groß | Jackery Explorer 2000 v2 | 2.042 Wh | 2.200 W | größere Verbraucher, längere Laufzeit |
Zur Einordnung der Geräte: Die ADAC-Teststationen hatten 768 bis 1.440 Wh, bis zu 2.200 W Dauerleistung und wogen bis zu 17 kg. Alle acht erreichten die Dauerleistung der Hersteller. Prüfe das Gewicht, wenn du die Station oft tragen willst.
5. Typische Fehler
- Spitzenleistung mit Dauerleistung verwechseln. Für die Auswahl zählt, was die Station dauerhaft liefert. NextPit nennt bei der Delta 3 Plus 1.800 W dauerhaft und 3.600 W Spitze mit X-Boost.
- Den Eigenverbrauch vergessen. Bei der Delta 3 Plus nennt die Auswertung auf der Produktseite gut 15 W Eigenverbrauch. Bei kleinen Lasten über viele Stunden ist das spürbar.
- Nur auf die Wh achten. Wenn dein Gerät mehr Watt zieht, als die Station liefert, hilft keine Kapazität.
- Erweiterung ignorieren. NextPit nennt für die Delta 3 Plus Zusatzakkus mit je 1 kWh bis zu 5 kWh. Manche Stationen wachsen mit, andere nicht.
- Zu knapp rechnen. Alle Quellen nennen Verluste zwischen Nennwert und nutzbarer Energie. Plane Reserve ein.
6. Weiter vergleichen
Im Vergleich der Powerstations siehst du Leistung, Gewicht und Preise nebeneinander, mit Preisverlauf. Passende Modelle mit Meta-Score oder zählender Nutzerwertung:
- Anker SOLIX C300X: 288 Wh, kein Test mit Punktzahl, 4,8 von 5 bei nur 32 Amazon-Bewertungen.
- Jackery Explorer E500 v2: 512 Wh, 500 W, zwei Modelltests mit Punktzahl.
- EcoFlow DELTA 3 Plus: 1 kWh, zwei Modelltests mit Punktzahl.
- Jackery Explorer 2000 v2: 2 kWh, 2.200 W, ein Modelltest mit Punktzahl.
Wenn du die Station für Stromausfälle willst, lies Powerstation bei Stromausfall. Wenn du auf Angebote wartest, hilft Powerstation am Black Friday 2026.